Hessen: Keine organisierte Nazi-Szene?!?
Die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main hat die Ereignisse der vergangenen beiden Tage in Hessen sowie Erkenntnisse zur Identität des mutmaßlichen Täters zusammengefasst. NPD-BLOG.INFO dokumentiert diesen Text leicht eingekürzt, der Name des angeblichen Täters wurde anonymisiert.
Wie aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, handelt es sich bei dem wegen versuchten Totschlags in Haft genommenen Nazi-Schläger, der am frühen Morgen des 21. Juli eine 13-jährige Teilnehmerin an einem Jugendcamp der Gruppe “Linksjugend ['solid]” schwer verletzt hatte, um den seit längerem bereits bekannten ehemaligen engen Mitstreiter des früheren NPD-Parteivorsitzenden Marcel Wöll, Kevin S..
Obwohl ein Sprecher der Polizei wie häufig nach solchen Vorfällen behauptete, es gebe keine “vernetzte Strukturen” der Rechten in der Region (FR), ist S. ein alter Bekannter aus der hessischen NPD- und Naziszene, der allerdings inzwischen zeitweilig in Jena lebte – dorthin soll sich übrigens auch Wöll selber begeben wollen. In der Person S. und seiner Verbindung mit Wöll kommen also die hessischen Strukturen von NPD und “Autonomen Nationalisten” gerade hochgradig vernetzt zum Vorschein.
Es war S., der unter dem Tarnnamen “exvodsphoenix” über längere Zeit Mitarbeiter beim Erstellen hochgradig antisemitischer und gewaltverherrlichender Videos aktiv war, die zunächst über YouTube veröffentlicht wurden, nach iher dortigen Sperrung später über eine eigene Seite, die mit Marcel Wöll im unmittelbaren Zusammenhang stand. Auch diese Seite wurde später mindestens zeitweilig gesperrt. Zu diesen Videos gehört auch ein Werbevideo für den von Wöll angemeldeten Nazi-Aufmarsch am 07. Juli 2007, in dem die Naziaktivistin Anne-Marie Doberenz mit einer Molotow-Cocktail-Attrappe herumfuchtelte. Der Frankfurter Polizeisprecher Jürgen Linker hatte, gefolgt von der FAZ, dieses Video zunächst öffentlich als “Antifa-Fake, um die Stimmung aufzuheizen” bezeichnet, obwohl jeder Internet-User leicht nachvollziehen konnte, dass es sich dabei um ein Produkt aus Wölls Zentrum in Butzbach handelte.
Brauner Sumpf
Man muss sich das ganze Gewaltausmaß des braunen Sumpfes in Hessen vor Augen führen, um ermessen zu können, welche Verantwortung Innenministerium und Polizei seit langem auf sich nehmen, wenn sie wieder und wieder die Existenz einer organisierten und hochgradig gewaltfixierten und -begeisterten Naziszene in Hessen leugnen:
- der ehemalige Vorsitzende der NPD Hessen, Marcel Wöll ist ein vielfach vorbestrafter Gewalttäter und Holocaustleugner, der demnächst wegen versuchten Totschlages erneut vor Gericht steht;
- der derzeitige stellvertretende Landesvorsitzende der NPD, Mario Matthes, ist ebenfalls als Gewalttäter hervorgetreten – vor einiger Zeit griff er auf dem Campus der Mainzer Universität einen antifaschistsichen Kommilitonen an und brach ihm den Kiefer;
- Wölls Mitstreiter Timo Völkel und Daniela Übelacker wurden vor genau einem Jahr beim militärischen Schießtraining in der Schweiz beobachtet – der hessische Verfassungsschutz wußte von nichts;
- der NPD-Landtagskandidat im Wahlkreis Schwalm-Eder-Kreis, Alexander Baranowski, warb mindestens zeitweilig auf seiner Homepage mit seiner Mitgliedschaft in einer Wehrsportgruppe (vgl. auch hier);
- und nun sitzt Kevin S. wegen des versuchten Totschlags an einem dreizehnjährigen schlafenden Mädchen in U-Haft und erklärt sich auch noch stolz zum politischen Hintergrund seiner Untat.
Angesichts dieser sicherlich noch ganz unvollständigen Liste fragt man sich:
Wie kann angesichts dessen Polizei und Innenministerium in Hessen weiterhin die Gefahr neofachistischer Gewalt kleinzureden versuchen?
Wie konnten Leute, die seit Jahren als Gewalttäter bekannt und berüchtigt sind, vom Frankfurter Ordnungsamt wieder und wieder als Anmelder von Kundgebungen in Frankfurt akzeptiert werden, obwohl es ständig neu auf deren gewalttätige, rassistische und neofaschistische Positionen hingewiesen wurden (7. Juli 2007, 20. Oktober 2007, 19. Januar 2008)?
Für wie dumm hält die hessische CDU die Öffentlichkeit, wenn sie angesichts des jüngsten Vorfalls am Neuenhainer See der Partei Die Linke, deren Jugendorganisation ['solid] das Opfer anghörte, vorwirft, die Nazi-Tat in verwerflicher Weise instrumentalisiert zu haben (FR) – was wäre wohl aus der Wiesbadener Staatskanzlei zu hören gewesen , wenn ein migrantischer Jugendlicher der Täter gewesen wäre?”
Siehe auch: Hessen: HR-Bericht über Nazi-Überfall auf 13-Jährige, Nazi-Überfall: 13-Jährige außer Lebensgefahr









[...] Hessen: Keine organisierte Nazi-Szene?!? Die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main hat die Ereignisse der vergangenen beiden Tage in Hessen sowie Erkenntnisse zur Identität des mutmaßlichen Täters zusammengefasst. [...]
[...] Hessen: Keine organisierte Nazi-Szene?!? Die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main hat die Ereignisse der vergangenen beiden Tage in Hessen sowie Erkenntnisse zur Identität des mutmaßlichen Täters zusammengefasst. [...]
„Die CDU nannte den Angriff “verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar”, seine Instrumentalisierung durch die Linkspartei sei aber unwürdig und verwerflich.“
Bei so einer Argumentation muss man sich doch wirklich fragen, ob die Mitglieder der CDU – und ich war bis vor einem Jahr selber Mitglied der CDU – wirklich noch die Realität erfassen können. Wie und vor allem WARUM kann man nur so viel Hass auf die Linkspartei haben um in Anbetracht eines solchen Überfalls auf ein 13 Jähriges Mädchen eine solche Aussage zu machen? Dieses Kind muss nicht einmal Mitglied in der Partei die Linke sein. Vielleicht hat es seinen älteren Bruder einfach nur auf dieses Zeltlager begleitet weil Sommerferien sind. Und selbst wenn dieses Kind Mitglied der Linkspartei sein sollte, hat es dann „selber Schuld“ das es von Nazis so schwer verletzt wurde?
Also bitte liebe Mitglieder der CDU was soll ein solches Statement? Wie würdet ihr wohl reagieren, wenn die Nazis eure Kinder angreifen? Ich kann es euch sagen: Ihr seid zu feige euch an den Aktionen gegen Rechtsextremismus zu beteiligen, da ihr ja Personen des öffentlichen Lebens seit und viel zu viel Angst davor habt, dass man eure Kinder erkennen und bedrohen könnte.
Dieses Risiko überlasst ihr lieber den Mitgliedern der SPD inkl. ihrer Jugendorganisation Jusos.
Und das wurde mir wörtlich – natürlich hinter vorgehaltener Hand, wir wollen ja nicht das so etwas öffentlich wird, wäre ja schlecht für das Image – gesagt. Schönen Tag auch! Werdet mal munter, auch ihr seid gewählte Volksvertreter und tragt Verantwortung!
Hallo,
Ich wollte nur kurz erwähnen, dass die Jugendorganisation Linksjugend ['solid] (kurz Linkjsugend) heißt. ['solid] gibt es genausowenig wie es die PDS noch gibt. Ansonsten möchte ich für die Recherche danken.
Gruß
Daniel
@Daniel
Das tut zwar nichts zur Sache, ist aber falsch. Bundesweit ist “Linksjugend” genauso richtig oder falsch wie “['solid]“.
Und der Landesverband Hessen heißt linksjugend ['solid], Kurzbezeichnung nach Landessatzung ['solid] Hessen
[taz] Attacke rechtsextrem motiviert…
GÖTTINGEN taz In seinen Videos soll er behauptet haben, Deutschland befände sich im Krieg gegen die Juden. Nun sitzt Kevin S. in Untersuchungshaft, weil er selbst in den Krieg gezogen ist. Der 19jährige hat gestanden zusammen mit anderen Rechtsextr…
Wie die CDU will gegen Rechte vorgehen ?? Dann müsste dieses Verein erst einmal in eigenen Reihen sauber machen ! Und dann würden auch die Wähler der Rechts”mitte” organisierten Partei doch abhauen.. tzzz..
Nur wegen eine 13 Jährige die Macht abgeben ?…..denkt sich der bestimmt..
Keine Drohungen, danke!
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