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NPD-Aktivist Bordin wegen Betrugs in zweiter Instanz verurteilt

31. Juli 2008 10:00 69 mal gelesen Kein Kommentar

Zu sechs Monaten Haft mit Bewährung hat am 30. Juli 2008 das Landgericht München I im Berufungsverfahren den Neonazi Norman Bordin verurteilt. Der NPD-Funktionär hatte laut Urteil Arbeitslosengeld erschlichen, obwohl er einen Job hatte und Einkommen bezog, berichtet redok. In erster Instanz hatte ihn das Münchner Amtsgericht im Dezember 2006 zu vier Monaten ohne Bewährung verurteilt. Sowohl Bordin als auch die Staatsanwaltschaft hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt. Wieder stritt Bordin den Vorwurf des Betrugs ab: die Überweisungen der Arbeitsagentur für zwei Monate will er nicht bemerkt haben.Seinen Job bei einer Tankstelle will er ordnungsgemäß per Brief angemeldet haben. Bordins Rechtsvertreter fuhr gar eine Verschwörungstheorie auf: Ein Mitarbeiter der Agentur könnte den Brief “in den Reißwolf” geworfen haben, um den Neonazi ins Unrecht zu setzen. “Man will ihm endlich mal eine kriminelle Strafe verpassen”, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Anwalt aus Regensburg.

Mehr als 1500 Euro monatlich “vom System”

Dabei hat Bordin mittlerweile schon einiges auf dem Kerbholz. Sein Strafregister weist neun Einträge auf, mehr als drei Jahre saß er bereits hinter Gittern. Der Staatsanwalt erkannte als Motiv “Geldgier” und beantragte zwar sechs Monate Haft. Jedoch wollte er jedoch auch eine “günstige Sozialprognose” erkennen, weil Bordin eine Stelle in Aussicht und eine Familie zu versorgen habe. In den vergangenen Jahren war Bordin zumeist arbeitslos, zuletzt hatten er und seine Familie vom Staat monatlich 1570 Euro Unterstützung bezogen.

Der Neonazi mit der “günstigen Sozialprognose” war zwischenzeitlich stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD-Jugend “Junge Nationaldemokraten” (JN) und ist NPD-Landesvorstandsmitglied in Bayern. Im Gerichtssaal unterstützen ihn laut dem Zeitungsbericht “zahlreiche Gesinnungsgenossen”. Darunter waren auch einige, die gemeinsam mit Bordin am Wochenende zur Beerdigung des Nazis Friedhelm Busse nach Passau gereist waren. Im Anschluss an die Beerdigung des Nazi-Kameraden samt aufgelegter Hakenkreuz-Fahne war ein Journalist brutal zusammengeschlagen worden.

Bordins Anwalt forderte Freispruch, doch das Gericht folgte der Staatsanwaltschaft. Zusätzlich zur Bewährungsstrafe muss er 80 Arbeitsstunden als Bewährungsauflage ableisten. Bordins Anwalt kündigte noch im Gerichtssaal Revision beim Oberlandesgericht an.

“NPD als unverbietbare legale Struktur”

Bordin gilt als Ziehsohn des Altnazis Friedhelm Busse. Im Oktober 2005 war Bordin offenbar an der Organisation eines Nazi-Konzertes der verbotenen Blood-Honour-Organisation beteiligt. Laut Wikipedia rief Bordin weitere “revolutionäre Kräfte” aus der militanten Neonazi-Szene zum Eintritt in die NPD auf: “Es ist doch das, wovor dieses System Angst hat. Eine legale Struktur, welche praktisch ‘unverbietbar’ ist.”

Siehe auch: Bayern gegen Franken, NPD gegen JN/FK oder Alle gegen Alle, Bayern: Wie die NPD ihren Wahlkampf tarnt, Bordin: Schwergewicht der Szene, Hitler-Gruß von NPD-Kadern: Parteispitze im Spagat zwischen Rechts und ganz Rechts  

Alle Meldungen zu Norman Bordin.

Norman Bordin ist nach Angaben der JN seit April 2008 nicht mehr im JN-Bundesvorstand tätig. Daher wurde dieser Artikel korrigiert.

Kein Kommentar »

  • trueten.de - Willkommen in unserem Blog! said:

    Was mir heute wichtig erscheint…

    Feed Reader sind praktisch für das schnelle Erfassen von Nachrichten. Das Lesen und Aussortieren nehmen einem diese Programme natürlich nicht ab. • Heute vor einem Jahr, morgens um 7 Uhr wurde Andrej Holm in seiner Wohnung als angeblicher “Terrori…

  • WW said:

    Arbeitslosengeld erschleichen und mit der ganzen Familie von staatlicher Unterstützung leben. Das darf man natürlich nur als Nazi und nicht als “Wohlstandsneger”, wie Holger Apfel, MdL in Sachsen, einst sagte. Denn: “Sozial geht nur national!”, laut NPD. Oder wie ist das zu verstehen?

  • Arbeitslosengeld erschlichen: Bewährung wegen “günstiger Sozialprognose” « dokumentationsarchiv said:

    [...] auch: JN-Bundesvize Bordin wegen Betrugs in zweiter Instanz verurteilt. Zu sechs Monaten Haft mit Bewährung hat am 30. Juli 2008 das Landgericht München I im [...]

  • Peinlich Peinlich said:

    Ich denke ihr seit immer so gut über die Naziszene informiert.

    Schon im Mai stand auf den Naziseiten, dass Bordin nicht mehr für die NPD-Jugend aktiv ist.
    :D :D

  • P.G. said:

    Hallo “peinlich peinlich”

    “ihr” sind einer – und der weiß ganz bestimmt nicht alles. Hat “er” auch nie behauptet. Meldung ist korrigiert. Danke für den freundlichen Hinweis…

    Grüße
    Patrick Gensing

  • Charly said:

    Es ist doch irgendwie nett, wenn die NPD für ihre arbeitslosen Funktionäre “ausschweifende Geburtstagspartys” sponsert. Anlässlich seines 31. Geburtstags richtete der ehemalige JN-Landesvors. Bordin am 1. Sept.2007 eine Feier im “Gasthaus Gruber” in Halsbach aus, zu der 200 einschlägige Gäste kamen. Zur Blut-und Boden Unterhaltung spielten die neonazistischen Bands – Feldherren, Spreegeschwader,Natural Born Haters, Burning Hate und Blitzkrieg.
    (Quelle:Andrea Röpke-Andreas Speit (HG)
    “Neonazis in Nadelstreifen” -Ch.Links Verlag)

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