Aussteigerprogramm “Exit” vor dem Aus

Neonazis gehen mit eigenen Leuten, die aus der Reihe tanzen, nicht zimperlich um. Wer aus der Neonazi-Szene aussteigen will, muss deshalb oft sein Leben umkrempeln – Stadt und Job wechseln. Hilfe dabei bietet „Exit„. Doch der hoch gelobten Aussteiger-Initiative droht das Aus. Ein Bericht in den ARD-Tagesthemen vom 05. September 2008.

„Exit“ selbst schreibt zu der Situation und den Gründen dafür:

Wir danken dem zuständigen Bundesministerium für den vollzogenen Schritt, das Gebäude einstürzen zu lassen, wissen wir doch jetzt nachhaltig was von den Worten der Politik, besonders derjenigen, die besonders gegen den Rechtsextremismus anzugehen auffordern, zu halten ist. Zugleich wirft das auch ein Licht auf deutsche Wissenschaft, die bisher wenig leistete, für geringes Geld zu fast jeder Aussage bereit ist und sich ideologischen oder ahnungslos geschöpften Kriterien hingibt. Das Vertrauen gegenüber der Politik liegt bei Null. Trotzdem lohnt der Ausstieg, da sind sich alle einig, weil es einem selbst dient und ein Akt persönlicher und politischer Selbstbestimmung und Neuorientierung ist, was nicht unbedingt die Liebe zu den heutigen Politiken einschließen muss.

International wird der Schritt bemerkt werden, nicht zuletzt werden wir darüber mit unseren Partnern und den Medien sprechen.

EXIT-Deutschland ist eine von Ex-Kriminaloberrat Bernd Wagner und Ex-Naziführer Ingo Hasselbach mit Hilfe der Amadeu Antonio Stiftung und der Freudenberg Stiftung gegründete Initiative, die seit Sommer 2000 für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene Hilfe zur Selbsthilfe bietet.

Siehe auch: Beobachtungsstelle nach EU-Vorbild gefordert, Reader: Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus, Programme gegen Rechts: Bürokratie vor Inhalt?, Programme gegen Rechts: Von der Leyen unter Druck, Brandenburg: Exit Deutschland bloggt, Regierung fördert 90 Lokale Aktionspläne gegen Rechtsextremismus, Scharfe Kritik an Konzept für Programme gegen Rechtsextremismus, Kampf gegen rechts: Viele Worte, wenig Taten